Band 1 – Technik

01CoverWir haben beim Unterrichten immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es entscheidend ist, die einzelnen Griffverbindungen häufig und regelmäßig zu wiederholen. Wer täglich die Doppelseite einer Tonart übt, wird sich bald über lockere und präzise Fingerbewegungen freuen können.

Doppelseite TechnikheftAuch für die immer schwer zu greifende chromatische Tonleiter haben wir im Laufe der Jahre spezielle Übungen entwickelt. Lesezeichen-Preview

Das beigelegte Lesezeichen mit den verschiedenen Artikulationsvorschlägen soll helfen, die Geläufigkeit der Finger und der Zunge zu erhöhen.

Produktdaten:

Format Buchnummern Verlag
23 x 30 cm
64 Seiten
VHR 3632
ISBN: 978-3-86434-022-2
ISMN: 979-0-2013-0868-5
13.80 € (inkl. MwSt)
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Methodischen Gedanken
zum Technik-Heft der Flötenreihe Huschka/Bähr

Wie jeder Musizierende weiß, ist das Üben von Tonleitern und Akkorden von Vorteil – nicht zuletzt deshalb, weil sich ein Großteil der Musik aus Tonleiter- und Akkordteilen zusammensetzt. Wer eifrig übt, merkt sehr bald: die Finger laufen schneller, lockerer und präziser, Atmung und Zungentechnik werden erheblich verbessert, die Griffe in den extremen Lagen werden geläufiger, der Ton stabiler und der Wechsel zwischen den einzelnen Registern selbstverständlicher. Dieser relativ schnelle Erfolg beflügelt und spornt zu weiterem Üben an.

Um nicht mit dem auf der Flöte schlecht ansprechenden c1 starten zu müssen, beginnen wir mit F-Dur und den b-Tonarten, kommen dann zu C-Dur und danach zu den #-Tonarten – sowohl in Dur als auch in Moll.

Wir widmen jeder Tonart eine Doppelseite. Um sich in die Tonart einzufühlen, starten wir zunächst mit dem Dreiklang und schließen danach die Tonleiter an. Wir beginnen jeweils mit dem Grundton der Tonart, spielen dann möglichst weit nach oben, anschließend wieder abwärts bis zum tiefsten Ton und kommen dann zur Tonika zurück.

Die erste Akkordübung steckt in ruhigen Halben den Tonraum ab, die zweite trainiert in kleinen Einheiten „weiterwandernde“ Griffverbindungen (und ganz nebenbei evtl. auch die Doppelzunge), die dann bei der dritten und vierten Akkordübung angewendet werden können. Diese Dreier- und Vierergruppen finden sich in der Literatur besonders häufig.

Für das Tonleiterspiel hat sich dieses Konzept als sehr erfolgreich erwiesen, denn jede einzelne Griffverbindung wird – und das ist ja das eigentliche Geheimnis des Erfolgs – mehrfach wiederholt. Das Prinzip der Übung ist schnell zu erfassen, leicht zu merken und bereitet auch dem Anfänger keine Atemprobleme.

Ursprünglich ließen wir selbstverständlich alle Übungen auswendig spielen. Es war jedoch sehr zeitraubend, den Aufbau immer wieder neu erklären zu müssen. Leider war die Vergesslichkeit größer als erwartet und so sind wir zu der gedruckten Form übergegangen, was sich mehr als bewährt hat. Seit wir die Hefte im eigenen Unterricht einsetzen, entwickeln die Schüler – völlig unerwartet – einen sportlichen Eifer und freuen sich über jede Seite, die “abgehakt” werden kann. Techniküben ist sogar beliebter geworden als Etüden zu spielen. Wer hätte das gedacht?

Der Tonumfang kann dem jeweiligen Können des Schülers angepasst werden. Im Unterricht bieten sich mit dem Lehrer zusammen jede Menge spielerische Möglichkeiten wie z.B. als Duo im Terzabstand, taktweises Abwechseln usw.

Da es ja immer verschiedene Stoß- und Bindemöglichkeiten gibt, haben wir uns ein „Lesezeichen“ ausgedacht, das man sich auf die jeweilige Doppelseite stecken kann. Es gibt Anleitung, wie die Übungen mit verschiedenen Artikulationen ausgeführt werden können.

Bei allen Chromatischen Übungen haben wir die Aufwärtsbewegungen mit # und die Abwärtsbewegungen mit b notiert.  Damit wollen wir erreichen, dass beide Varianten flüssig gelesen werden können.

Der Tritonusumfang bei der ersten Chromatik-Übung soll zunächst aus Gründen der Präzision gestoßen, anschließend in Zweier-Gruppen und danach in ganzen Takten gebunden werden. Bei dieser letzten Fassung ist sehr gut zu hören, ob die Töne wirklich sauber gegriffen werden.

Die zweite Chromatik-Übung erstreckt sich über den ganzen Tonumfang. Hier wechseln sich zunächst schnelle und langsame Griffe ab. Da die Viertel durch ihre Länge besonders gefestigt werden, ist es sinnvoll, einmal mit c, einmal mit cis und einmal mit d zu beginnen.

Schließlich verbindet die dritte chromatische Übung die Ziele der beiden ersten Übungen.

Mit Hilfe des Quintenzirkels kann sich jeder einen Überblick über die Dur- und Moll-Tonarten verschaffen.

Gundel Huschka und Gudrun Bähr